30.07.2014

: Unterhaltung, ja – aber auch verständlich?

Kommunikationsexperten haben einige Anbieter aus dem Bereich der Unterhaltungselektronik unter die „Sprachlupe“ genommen. Die Bestandsaufnahme zeigt, wie formal verständlich in der Unterhaltungselektronik kommuniziert wird. Die Ergebnisse hinterlassen Fragezeichen. Gerade die Branche, die Nutzerfreundlichkeit groß schreibt, spricht bei schriftlicher Kommunikation eine teilweise ganz andere Sprache.

E-Mails Top, Pressemeldungen Flop

Inspiziert wurden unterschiedliche Text-Typen: Produktbeschreibungen, Pressemitteilungen und E-Mail-Antworten auf direkte Fragen von Kunden. Gemessen wurden die Dokumente mit dem HIX (Hohenheimer Verständlichkeits-Index). Auf einer Skala von 0 bis 20 bewertet dieser die Texte anhand ihrer formalen Verständlichkeit.  Von sehr guten 19,82 Punkten bis weniger guten 3,11 Punkten sind die Ergebnisse der Studie bunt gemischt. Dabei hängt es natürlich vom Text-Typ ab, ob man es mit eher verständlichen Sorten zu tun hat oder nicht.

Zwischen den Produktbeschreibungen von Apple und Lenovo – dem ersten (18,70) und dem letzten (8,71) Platz, liegen fast genau 10 Verständlichkeits-Punkte. Hier ist die Bandbreite der Verständlichkeit am größten. Apple geht mit gutem Beispiel voran – hoffentlich schließen sich die übrigen Anbieter an.

Lassen zu wünschen übrig

Keine Vorzeige-Dokumente sind die Pressemitteilungen. Bei Wörtern wie „Ultra-High-Definition-Videoaufnahme“ oder „Geräuschminimierungstechnologie“ ist der geringe Durchschnittswert von gerade einmal 6,44 Punkten kein Wunder. Der „beste“ Platz liegt bei gerade 10,02 Punkten. Huawei erreicht hier als einziges Unternehmen einen zweistelligen Wert. Eigentlich sollten hier mindestens 12 Punkte erzielt werden.

Können sich sehen lassen

Immerhin können die Anbieter bei ihren E-Mail-Antworten aufatmen: Die liegen nämlich allesamt in einem guten bis sehr guten Bereich. Der gute Schnitt von 16,73 Punkten spricht für sich. Absoluter Spitzenreiter ist hier hp, die mit 19,82 Punkten schon an den am höchsten zu erreichenden Wert kratzen – Glückwunsch!

Die größten Barrieren sind die „üblichen Verdächtigen“: Viel zu lange Sätze, Wortketten, Verschachtelungen und abstrakte Begriffe. Dabei gibt es einfach zu bedienende Tools und andere Mittel, Texte schon bei der Entstehung zu optimieren!

 

Studie zum Download

Veröffentlicht von:

Anja Wehner

Anja Wehner

Die Wirtschaftsanglistin beschäftigt sich vor allem mit der Analyse von Sprache. Gerade aber in formaler Hinsicht bietet Sprache vielfältige wissenschaftliche Aspekte.

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