13.11.2013

: Union und SPD wollen Verständlichkeit für Verbraucher erhöhen

Die Union und SPD wollen laut Focus das in der Finanz- und Pharmabranche erfolgreich eingeführte Produkt-Informationsblatt auch auf andere Branchen ausweiten. So solle das Informationsblatt auch in der Telekommunikationsbranche und bei Energieversorgern Pflicht werden. Nähere Informationen hierzu gibt der Focus leider nicht sondern nennt nur diese Informationen aus einem Koaltionspapier.

 

Was würde dies bedeuten? Prinzipiell ist die Idee natürlich sehr gut. Denn die verbesserten beipackzettel sowie die Produkt-Informationsblätter in der Finanzbranche sind ein durchaus guter Schritt hin zu mehr Verständlichkeit und Transparenz für den Verbaucher. Positiv ist zudem, dass sich die Regierung hierbei nun auf lagjährige Erfahrungen aus der Finanzbranche aufbauen kann – und Fehler, die in der Finanzbrnache gemacht wurden vermeiden kann.

 

Für die Unternehmen wird dies natürlich ein nicht unbedeutender Aufwand. Die Finanzbranche zeigt, dass viele Unternehmen heute, Jahre nach der Einführung, teilweise immer noch an tragfähigen Konzepten zur Umsetzung arbeiten. Auch ist das Ergebnis bei den Unternehmen sehr unterschiedlich. Von sehr verständlich bis mangelhaft bietet der Markt heute ein sehr breites Spektrum an unterschiedlichen Ausführungen.

 

Somit kann man als Fazit ziehen: Die Idee ist sehr gut, aber es wird von der konkreten Umsetzung abhängen, ob der Verbraucher auch tatsächlich einen Nutzen aus den neuen Regelungen ziehen kann. Hier muss die Politik nicht nur mit einer an sich guten Idee kommen, sondern auch dafür sorgen, dass die Umsetzung im Sinne des Verbrauchers für möglichst viel Verständlich sorgt. Dazu muss die Politik klare Regeln, von der Gestaltung über die Definition der Inhalte bis hin zur Ausformulierung wiederkehrender Inhalte aufstellen. Gut umgesetzt kann der Verbraucher von einer Ausweitung der Informations-Blätter durchaus profitieren.

Veröffentlicht von:

Anikar Haseloff

Anikar Haseloff

Als Kommunikationswissenschaftler beschäftigt sich Dr. Anikar Haseloff tagtäglich mit Sprache. Er lehrt und forscht zum Thema Verständlichkeit an mehreren Universitäten in Deutschland.

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