21.02.2014

: Studie: Online Kommunikation von Versicherern nicht immer Top

Deutsche Versicherer können in ihrer Online-Kommunikation noch eniges verbessern. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie die Webseiten deutscher Versicherer auf Verständlichkeit, Web-Tauglichkeit und Suchmaschinenoptimierung geprüft hat. Dabei stellt die Studie fest, dasss alle Versicherer noch deutliches Potential zu Verbesserungen haben. Die Forscher kritisierten vor allem die zu langen Sätze, die häufige Verwendung von Nominalisierungen, die Verwendung zu vieler Füllwörter und der fehlerhafte Umgang mit Schlagworten.

Auf Platz 1 landete die Basler Versicherung mit 353 von 500 Punkten. Damit erreichte die Basler als Spitzenreiter gerade einmal 71 Prozent der maximal zu erreichenden 500 Punkte. Auf Platz 2 landete die SV SparkassenVersicherung und auf Platz 3 kam die LVM Versicherungen.

Dieses Ergebnis zeigt, dass in der Online-Kommunikation der Versicherer noch Potential besteht. Aber warum ist die Online-Kommunikation überhaupt so wichtig?

 

Warum ist die Online-Kommunikation für Versicherer wichtig?

Gerade die Online-Kommunikation ist mittlerweile ein wichtiger Kanal zwischen Versicherern und Kunden. Immer mehr Kunden nutzen die Webseiten der Versicherer um sich zu informieren und zu vergleichen. Daher ist es wichtig, dass die Kommunikation Online funktioniert. Und dies hängt letztlich von 3 Faktoren ab:

1) Verständlichkeit und Webtauglichkeit: Texte im Internet müssen für das Internet aufbereitet sein. Im Netz lesen die Besucher nicht wie bei herkömmlichen Print-Medien. Vielmehr wird gescannt statt gelesen. Daher müssen Texte im Internet dieses neue Leseverhalten berücksichtigen. Die Texte im Internet müssen anders strukturiert sein, sie müssen sich stärker an Schlagworten orientieren und sie müssen optisch an das Screendesign angepasst sein.

2) Usability: Eine Webseite muss einfach zu bedienen sein. Usability beschreibt dabei, wie gut ein Nutzer mit enem Webangebot umgehen kann. Ob er alle Funktionen versteht und ob er alle Inhalte finden und bedienen kann.

3) Suchmaschinenoptimierung: Viele Unternehmen schreiben nicht nur für Kunden, sondern auch für die Suchmaschinen. Denn wer es bei Google nicht auf die Plätze 1 – 3 schafft, der existiert nicht. Und auch wenn die Suchmaschinenoptimierung gerne sehr hoch gehängt wird – Sie schreiben immer noch für Menschen, nicht für Maschinen!

Auch muss bei Texten für das Internet beachtet werden, dass immer mehr Menschen mit Smartphones auf Webseiten zugreifen. Dies stellt noch höhere Ansprüche an die Texte. Texte müssen kürzer, verständlicher und strukturierter werden um zu überzeugen.

 

Was müssen Versicherer bei der Online-Kommunikation beachten?

Das Medium Internet stellt seine ganz besonderen Anforderungen an die Kommunikation von Versicherer. Daher unsere wichtigsten Tipps für eine verständlöiche und gelungene Kommunikation im Internet:

  • Sätze müssen besonders kurz sein, sollten auf keinen Fall über mehrere Zeilen gehen. Achten Sie darauf, dass Ihre Sätze kurz,präzise und klar strukturiert sind.
  • Verzichten Sie auf Nominalisierungen. Diese machen den Text oft steif und unnatraktiv zu lesen. Als Beispiel: „Bestellung des Newsletters „. Hier sollten Sie besser schreiben: „Newsletter bestellen“. Denn das Verb macht die Aussage aktiver und animiert eher zu einer Aktion.
  • Verzichten Sie auf Passiv. Denn gerade im Internet ist es wichtig dass Sie Ihren Kunden ansprechen. Also mit Ihrem Kunden sprechen. Als Beispiel: „Hier kann der Newsletter bestellt werden“. Anstatt der passiv-distanzierten Formulierung sollten Sie lieber schreiben: „Hier können Sie den Newsletter bestellen“. Damit sprechen Sie Ihren Kunden an – und treten in einen Dialog.
  • Verzichten Sie auf Füllwörter nd unnötige Vorsilben. Denn im Internet müssen Sie mit Wörtern schottisch umgehen. Verzichten Sie auf alles überflüssige – Füllwörter und unnötige Vorsilben sind da Ihre erste Adresse. Schreiben Sie als lieber statt Rückantwort einfach Antwort. Das spart Platz.
  • Achten Sie darauf, dass Sie die wichtigen Schlagworte schon in den Überschriften und immer im ersten Drittel des Textes verwenden. Auch müssen Sie darauf achten, dass Sie die Schlagworte immer konsistent verwenden. Dazu gehört auch die Schreibweise.
  • Texte im Internet müssen sehr gut strukturiert sein. Sie müssen Ihre Texte in kleine Portionen unterteilen, die auch mit Überschriften versehen werden. Denn die User scannen Ihre Texte, sie lesen nicht.

Beachten Sie diese Grundregeln bei Ihren Texten für das Internet und die Kommunikation gelingt. Es wird heute auch immer wichtiger, dass Sie Ihren Redakteuren Werkzeuge an die Hand geben, mit denen die Einhaltung der Regeln überprüft werden kann. Das umfangreichste Werkzeug zur Kontrolle von Texten ist die Software TextLab. Damit haben Ihre Redakteure immer die Möglichkeit, Texte für das Internet schnell und einfach selbst zu kontrollieren.

Sie haben noch weitere Fragen oder wollen Ihre Texte im Internet einmal objektiv von Experten prüfen lassen? Kontaktieren Sie uns – wir helfen Ihnen gerne!

Telefon: 0731 93284 15

E-Mail: info@comlab-ulm.de

 

Veröffentlicht von:

Anikar Haseloff

Anikar Haseloff

Als Kommunikationswissenschaftler beschäftigt sich Dr. Anikar Haseloff tagtäglich mit Sprache. Er lehrt und forscht zum Thema Verständlichkeit an mehreren Universitäten in Deutschland.

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