30.11.2017

: Genug gegendert? Frankreich verbietet Gender-Schreibweisen

Beim Thema Gendern scheiden sich schon lange die Geister. Und Schreibweisen gibt es mittlerweile unzählige – doch nicht immer sind diese auch im Sinne der Verständlichkeit und Lesbarkeit. Kritisiert wird häufig, dass einige der heute gängigen Schreibweisen Texte länger machen, den Lesefluss stören oder die Grammatik erschweren.

Seit einiger Zeit wird nun auch die Forderung laut, eine gendergerechte Sprache müsse gleichermaßen Transsexuelle berücksichtigen. So lassen sich heute auch eher experimentelle Schreibweisen wie „ProfessX“ finden. Es verwundert also nicht, dass das Thema Gendern immer wieder zu Diskussionen und Auseinandersetzungen führt.

So auch derzeit in Frankreich: Premierminister Édouard Philippe wehrt sich dagegen, die „Männersprache“ Französisch einer genderneutralen Schreibweise anzupassen. Seinen Beamten verbietet er jetzt die „inkludierende Schreibweise“, die im Französischen die Genderneutralität anzeigt. Der Grund: „Die wichtigen Staatsverwaltungen müssen sich aus Gründen der Verständlichkeit und der Klarheit an die grammatischen und syntaktischen Regeln halten.“ Diese neue Dienstanweisung soll vor allem für amtliche Texte gelten.

Hierzulande sieht die Praxis des Genderns etwas anders aus: Immer mehr Verwaltungen und Universitäten schreiben ihren Beamten und Studierenden die genderneutralen Schreibweisen sogar vor. Ein ähnliches Bild zeichnet auch unser Nachbarland Österreich: Hier strotzen amtliche Dokumente geradezu vor gegenderten Schreibweisen. Und einige Gesetzestexte sind für den Bürger kaum noch verständlich.

Was fehlt sind oftmals die gesetzlichen Grundlagen für die Praxis. Das Thema Gendern bleibt demnach wohl auch ein Thema der Zukunft.

Möchten Sie mehr zu diesem Thema lesen? Die Artikel finden Sie hier:

https://www.welt.de/kultur/article170857223/Frankreichs-Premier-verbietet-Gender-Schreibweisen.html

http://www.wienerzeitung.at/meinungen/glossen/931783_Verstaendlichkeit-und-Klarheit-statt-Gendern.html

 

Veröffentlicht von:

Natalie Streiftau

Natalie Streiftau

Als Sprachexpertin, die für verschiedene Kunden Sprachprojekte leitet, betrachtet Frau Streiftau Sprache immer unter ganz praktischen und praxisnahen Aspekten.

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