03.08.2015

: Energielabel wird verständlich(er)

Wird etwas mit „A“ bewertet, verbinden wir damit eine ziemlich gute Bewertung. Wird dann noch etwas mit „A+“ bewertet, kann man eigentlich nichts falsch machen. Ja sogar bis A+++ reichen die Kennzeichnungen des Energieverbrauchs von elektrischen Produkten. Für uns Otto Normalverbraucher heißt das: Alles, was mit Kategorie A bewertet ist, scheint also energietechnisch eine gute Wahl zu sein – scheinbar.

 

Verwirrende Kennzeichnung

Dass beispielsweise das Label A+ weit weg von einer Bestnote ist, liegt nicht auf der Hand. Das ist nicht verbraucherfreundlich und soll sich nun ändern. So der Plan der Europäischen Kommission. Deswegen soll das neue Label ohne mathematische Zeichen auskommen. Schluss mit plus lautet die Devise. Jeder der sieben Farbbalken des Labels soll mit einem eigenen Buchstaben von A bis G gekennzeichnet sein. „Ziel der Änderung sind aussagekräftige Stufen, mit denen Verbraucher auf Anhieb ihre Kosten- und Energiesparpotenziale einschätzen können“, heißt es in der  Pressemeldung der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv). War das denn vorher nicht das Ziel?

 

Verständlichkeit nicht vernachlässigen

An diesem Fall zeigt sich, das eine Verständlichkeitsprüfung vorab durchaus Sinn macht – so hätte man sich die nun anstehenden Aufwände des „Umlabelns“ und damit verbundene Kosten sparen können. An Möglichkeiten für (mehr) Verständlichkeit mangelt es zumindest nicht: Von Lesertests, welche die Zielgruppe direkt einbeziehen, bis Verständlichkeitssoftware gibt es praktische Lösungen für fast jeden Bedarf.

 

Zur Pressemitteilung der vzbv

Infos zu Lesertests

Infos zu Verständlichkeitssoftware

Veröffentlicht von:

Anja Wehner

Anja Wehner

Die Wirtschaftsanglistin beschäftigt sich vor allem mit der Analyse von Sprache. Gerade aber in formaler Hinsicht bietet Sprache vielfältige wissenschaftliche Aspekte.

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