20.10.2017

: Emojis – kommunizieren ohne Worte?

Es hört sich eigentlich perfekt an: Eine Sprache, die jeder versteht, da sie ohne Worte auskommt. Dass Emojis, auf Deutsch Bildschriftzeichen, sich allerdings nicht zur Weltsprache eignen, merkt man recht schnell. Denn auch wenn es eine große Vielfalt an Emojis gibt, kann man damit keine komplexe Botschaft vermitteln.

Es gab schon einige Versuche, Themen mit Hilfe der Piktogramme darzustellen. Beispielsweise hat ein anonymer Nutzer der sozialen Medien versucht, die Bibel durch Emojis leichter verständlich zu machen. Ob ein Text dadurch wirklich leichter lesbar wird, darüber kann man streiten.

In ihrem eigentlichen ‚Revier‘ sind die Emojis aber kaum noch wegzudenken: In der schriftlichen Echtzeitkommunikation. Warum braucht man aber diese Gesichter und Bildchen?

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte

Der Sprachforscher Anatol Stefanowitsch beschreibt Emojis in einem Interview als eine Bereicherung der Schriftsprache. So können sie als Ersatz von Mimik oder Gestik fungieren. Außerdem können sie auch Auskunft darüber geben, in welcher Situation sich Schreibende befinden, so Stefanowitsch. Ein kleiner Aktenordner hinter der Aussage „Bin beschäftigt“ weise zum Beispiel eher auf einen Arbeitskontext hin. Ein kleiner Fußball hinter derselben Aussage, deutet dann eher auf Freizeit hin.

Insgesamt haben die kleinen Bilder das Potential, die Verständlichkeit von Nachrichten zu verbessern. Eine Studie des Marktforschungsinstituts YouGov hat ergeben, dass 42 Prozent der Befragten Nachrichten leichter verständlich findet, wenn Emojis eingesetzt werden.

Auch außerhalb der privaten Kommunikation werden Emojis immer beliebter. Laut der Befragung fanden es ein Drittel der Teilnehmer positiv, wenn Unternehmen Emojis verwenden. Doch auch hier gilt: Weniger ist mehr. Setzt ein Unternehmen zu viele Emojis ein, kann es unseriös wirken.

Sender -> Empfänger … klappt die Kommunikation mit Bildchen?

Trotz aller Begeisterung über die neuen Möglichkeiten, muss der Verfasser immer aufpassen, dass der Empfänger seine Emojis auch wirklich versteht. Die Befragung ergab, dass fast die Hälfte der Nutzer nicht wissen, was genau die Emojis bedeuten. Wie so oft bei geschriebener Sprache, gibt es einen großen Spielraum für Interpretationen.

Gerade im internationalen Kontext wird der Einsatz von Emojis immer schwieriger. Denn es gibt auch kulturelle Unterschiede in der Interpretation. Beispielsweise das Smiley, dem Dampf aus der Nase kommt: In Deutschland wird es für Wut verwendet, in Japan steht es dagegen für Triumph.

Diese Vielfältigkeit der Emojis lässt wahrscheinlich gerade ein neues Berufsbild entstehen: Emoji-Übersetzer. Zumindest sah die Londoner Übersetzungsfirma Translation Today Bedarf und hat Anfang des Jahres Bewerber für diesen Posten gesucht.

Was also tun in der täglichen Kommunikation, wenn man gerade keinen Emoji-Übersetzer bei der Hand hat? Sich nicht nur auf die Aussage der kleinen Bilder zu verlassen und noch etwas Text hinzuzufügen, ist sicher keine schlechte Idee.
Smiley

 

Mehr Infos rund um die lustigen Zeichen finden Sie hier:

http://www.fluter.de/wie-beeinflussen-emojis-unsere-sprache

http://www.bibleemoji.com/

http://www.new-business.de/kommunikation/detail.php?rubric=KOMMUNIKATION&nr=709716

http://www.zeit.de/2017/12/emoji-sprache-zeichen-smileys-uebersetzung

Veröffentlicht von:

Natalie Hoffmann

Natalie Hoffmann

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