06.06.2014

: Auf dem Weg zu mehr Verständlichkeit: Die Chef-Reden der DAX-30-Unternehmen

Erfreuliche Neuigkeiten meldet die Uni Hohenheim: Firmen-Chefs reden insgesamt verständlicher als in den letzten Jahren.

Das Team um Professor Doktor Frank Brettschneider nahm zusammen mit dem Handelsblatt die Reden auf den Jahreshauptversammlungen der DAX-30-Unternehmen unter die Lupe. Im Fokus stand die formale Verständlichkeit der Reden, gemessen am Hohenheimer Verständlichkeits-Index (HIX). Der HIX misst neben weiteren Kriterien Satz- und Wortlängen und bewertet die formale Verständlichkeit eines Textes.


Reithofer ergattert Pole-Position, Appel wechselt auf die Überholspur

Das Siegertreppchen erklimmt BMW-Chef Norbert Reithofer: Mit 18,4 Punkten erreicht seine Rede auf einer Skala von 0 bis 20 eine herausragende Verständlichkeit.

Auch Fresenius Vorsitzender Ulf M. Schneider liefert mit 17,7 eine sehr verständliche Rede. Dicht gefolgt von Frank Appel und Peter Terium: Mit 17,3 Punkten teilen sich der Deutsche Post Chef und der RWE-Boss den ebenfalls „exzellenten“ dritten Platz. Appel markiert damit einen steilen Aufstieg gegenüber 1,6 Unverständlichkeits-Punkten im letzten Jahr.

Im Durchschnitt konnten die Redner Punkte gut machen: Bei 12,3 Punkten ist zwar noch Luft nach oben, das Ergebnis kann sich aber durchaus sehen lassen. Vor allem im Vergleich zu 2012; da lag der Schnitt noch bei 9,8.

Von Klartext keine Spur

Linde AG Chef Wolfgang Reitzle verschenkt diese Chance: Mit 6,7 Punkten auf der Verständlichkeitsskala spricht sich Reitzle zum Schlusslicht der Studie. Nicht viel besser schneidet Allianz-Boss Diekmann ab: Mit Wortungetümen wie „Ernteausfallversicherungsgeschäft“ und 7,7 Punkten redet er sich auf den vorletzten Platz.

Brettschneider nennt die größten Hürden der aktuellen Reden: Viel zu lange Sätze, Wortketten, nicht erklärte Fachwörter und abstrakte Begriffe. Dabei sollte es längst kein Geheimnis mehr sein, dass so einfache Mittel wie kurze Sätze eine große Wirkung erzielen.

Links zur Studie

Artikel im Handelsblatt

Artikel in ARD Börse

Universität Hohenheim

Veröffentlicht von:

Anja Wehner

Anja Wehner

Die Wirtschaftsanglistin beschäftigt sich vor allem mit der Analyse von Sprache. Gerade aber in formaler Hinsicht bietet Sprache vielfältige wissenschaftliche Aspekte.

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