09.03.2015

: Alle Jahre wieder – aber keine Weihnachtsmusik …

… sondern mehr deutschsprachige Musik soll aus unseren Radios erklingen – so fordert die Initiative des Vereins Deutsche Sprache „Mehr deutsche Musik im deutschen Radio“ und die Junge Union Mecklenburg-Vorpommern. Denn es werde immer mehr deutschsprachige Musik verkauft, aber nicht vermehrt im Radio gespielt, argumentiert der Landesvorsitzende der Jungen Union, Franz-Robert Liskow. Vor allem sollen nach dem Willen der Jungen Union mehr Schlager im Radio gespielt werden.

Diese Forderung kommt uns sehr bekannt vor und tatsächlich kommt sie alle paar Jahre wieder: Bereits 2004 empfahl der Deutsche Bundestag eine Mindestquote von 35 % für deutsche Musik im Radio. Nach der Meinung von Liskow habe dies aber nichts gebracht– etwa im Vergleich zu Frankreich. In unserem Nachbarland ist bereits seit 1994 verbindlich festgeschrieben, dass mindestens 60 % der Musik im Radio von europäischen Künstlern stammen muss, der Anteil französischer Musik muss dabei 40 % betragen.

Ist etwa der Wunsch nach mehr Verständlichkeit der Texte der Grund für diese wiederkehrende Forderung? Wir haben da so unsere Zweifel. Erstens sollte man mal prüfen, ob man mit Basis-Kenntnissen einen einfachen, auf Englisch gesungenen Text besser versteht als etwa einen deutschen Text, gesungen von Herbert Grönemeyer. Zweitens ist Musik eine universelle Sprache, die jeder versteht – unabhängig von der jeweiligen Muttersprache. Ein bisschen drängt sich der Verdacht auf, dass es nicht um Verständlichkeit geht, sondern vielmehr um Populismus und die kommerziellen Interessen der deutschen Musikindustrie.

Also: Elvis oder Peter Kraus? Nirvana oder Tocotronic? Metallica oder Rammstein? Beastie Boys oder Die Fantastischen Vier? Madonna oder Helene Fischer? Wir meinen: Das sollte jeder für sich selbst entscheiden!

Hier der Link zur Jungen Union Mecklenburg-Vorpommern.

Veröffentlicht von:

Corinna Wälz

Corinna Wälz

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